Feuchtbiotope


Im botanischen Garten können wir am Beispiel eines Alpinums mit Bachlauf sehen, dass die Kombination trockener und nasser Flächen auf kleinstem Raum möglich ist. Dabei muss in dem künstlichen Bachlauf gar nicht dauerhaft Wasser laufen. Vielleicht eignet sich bei Ihnen der Dachablauf, um in den Bach geleitet zu werden, der dann einen Teich speist. Polsterpflanzen und Gräser seitlich des leicht geschwungenen Bachlaufs geben ihm ein natürliches Aussehen und helfen, die Folienränder zu verdecken.

Die Mündung in den Teich oder Sumpfgraben sollte natürlich aussehen. Ein kleiner Höhenunterschied lässt das Wasser plätschern. Hier siedeln sich auch gerne Moospolster an, die sich mit dem Spritzwasser vollsaugen. Davon profitieren wiederum Insekten, die an ihnen trinken, da für sie die freie Wasseroberfläche zu gefährlich ist

Der Bau eines Teiches ist nicht so schwierig, wenn man einige wichtige Grundregeln beachtet. Er sollte an einer Stelle mindestens 80 cm tief sein, damit Tiere frostfrei überwintern können. Der am weitesten verbreitete Fehler beim Teichbau ist die Verwendung nährstoffreicher Erden und der Besatz mit zu vielen Pflanzen. Ein starkes Algenwachstum und anschließendes Umkippen ist die unausweichliche Folge. Es darf nur gewaschener Sand und Kies bzw. Schotter verwendet werden. Die Erdballen an den Pflanzen sind für deren Ernährung völlig ausreichend, sie werden nur in Sand gesetzt und mit Steinen beschwert. Auch zu steile Ufer sind ein weitverbreiteter Fehler. Die Folie kann nicht bedeckt werden und ist so immer zu sehen. Gegebenenfalls kann eine zusätzliche Jutebahn Abhilfe schaffen.

Verschieden tiefe Wasserzonen sehen natürlich aus und erlauben das Ansiedeln von Pflanzen mit unterschiedlichen Ansprüchen an die Wassertiefe. Je reicher strukturiert die Uferzone ist, desto unterschiedlichere Bedingungen herrschen, was wiederum Voraussetzung für eine große Vielfalt der hier lebenden Pflanzen-
und Tierwelt ist.

 

 

Der optische Eindruck eines Teiches wird weniger durch dessen Form und Größe, als durch die Uferbepflanzung bestimmt. Hier sollten sich offene mit bepflanzten Flächen abwechseln. In Gruppen gepflanzte Gräser geben ihm auch im Winter noch einen schönen Hintergrund. Seine ökologische Bedeutung als Biotop gewinnt er aber erst durch seine Vernetzung mit anderen naturnahen Gartenteilen, wie ungemähter Wiese, Wildstaudenbeeten, naturnahen Hecken und Stein- und Totholzhaufen als Verstecke für Amphibien und Reptilien.

Steht nur eine kleine Gartenfläche zur Verfügung, ist diese sehr schmal oder haben sie kleine Kinder, kann ein Sumpfbeet die bessere Alternative sein. Sumpfbeete sind zwischen 20 und 60 cm flach und haben wenig offene Wasserfläche, dafür umso üppigeren Bewuchs. Stechmücken müssen Sie aber nicht befürchten, denn bei naturnaher Bepflanzung stellen sich bald räuberische Insekten ein, die die Stechmückenlarven verzehren.

Aber auch Sumpfbeete können für kleine Kinder gefährlich sein, so dass Sie an der Stelle des geplanten Feuchtbiotopes vielleicht erst einmal nur eine Grube ausheben und mit Sand füllen sollten, bis die Kinder groß genug sind. Daraus lässt sich dann später mit wenig Aufwand ein Teich herstellen. Passenden Uferbewuchs, wie kleine Weiden und große Gräser können sie schon gleich zu Beginn pflanzen. Sie sind robust und vertragen auch spielende Kinder. Über den Wassereinlauf freuen sich diese allemal, denn trockener Sand ist ja bekanntlich nur halb so schön und brauchbar wie Matsch. Auch ein geplanter Steg, am besten verbunden mit der angrenzenden Terrasse oder einem zweiten Sitzplatz am Teich, kann schon gebaut werden und dient somit vorerst den Kindern als Fläche zum Sitzen und Sandkuchen backen. Später kann dann ohne Maschinen-aufwand die Grube mit einer Teichfolie ausgelegt und bepflanzt werden

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